Saint Amand de Coly

Winzig, mittelalterlich, malerisch gelegen - damit prädestiniert Saint Amand de Coly sich als eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Natürlich wurde es auch als solches klassifiziert. Ungefähr zwanzig Kilometer nördlich von Sarlat liegt die Gemeinde mit ihren knapp 400 Einwohnern in einer Mulde zwischen bewaldeten Hügeln. Etwas abseits der D 704 gelegen, kann man das Dorf Dank der Wegweiser nicht verfehlen. Nach ein paar Kilometern über eine schmale Straße erreicht man den Parkplatz am Ortseingang.

Von hier aus bietet sich direkt ein Panorama auf Saint Amand de Coly, das einen erst einmal staunen lässt. Ein paar kleine Häuser schmiegen sich wie Küken um die Henne eng um die scheinbar überdimensionierte grau-braune Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Sie gilt als eine der schönsten Wehrkirchen des Périgord und strahlt gleichzeitig eine etwas düstere, abweisende Atmosphäre aus.

Saint-Amand-de-Coly

Saint-Amand-de-Coly - Die Pfarrkirche wacht über die Häuser des Dorfes

Amand, der Einsiedler

Wie kommt so ein kleines Dorf zu solch einer gigantischen Kirche? Ein Blick zurück in das sechste Jahrhundert. Der junge Adelige Amand aus dem Limousin hatte mit zwei Gleichgesinnten, Sore und Cyprien, in Terrasson ein Kloster gegründet. Nachdem die drei lange in der merowingischen Stadt gelebt hatten, trennten sie sich, um fortan jeder für sich alleine als Einsiedler zu leben. Eine seinen Vorstellungen entsprechende Höhle fand Amand bei Coly. Er ließ er sich dort nieder und missionierte die Bewohner des Tals. Nach seinem Tod wurde die Grabstätte des (nunmehr heiligen) Amand der Ursprung des Klosters. Dessen Abt Guillaume begann im 12. Jahrhundert mit dem Bau der heutigen Kirche.

Aufstieg und Niedergang des Klosters

Bis zum Hundertjährigen Krieg blühte das Kloster derartig auf, dass ihm 19 Probteien unterstanden, darunter zum Beispiel Montignac, Thonac und St. Geniès. Selbst Papst Clemens V kam einmal zu Besuch. In den folgenden Kriegwirren zwischen Frankreich und England wurde das Kloster weiter befestigt und im Jahr 1381 ein Hospital zur Versorgung von Armen, Pilgern und Behinderten errichtet. Dessen Überreste können am Ortsrand noch besichtigt werden. Doch gegen Ende des Hundertjährigen Krieges gab es schließlich nur noch einen einzigen Mönch und 1449 wurde das Kloster zerstört. Bald folgten die Religionskriege und das Kloster wurde wiederbelebt, allerdings von einem Anführer der Hugenotten besetzt und geplündert, auch das Grab von Saint Amand. Nur durch die Hilfe der Herren von Périgueux und Brive bzw. deren Einsatz von Kanonen konnte das Kloster zurückerobert werden. Die Einschläge der Kanonenkugeln sind heute noch in der Mauer sichtbar. Erst nach der Französischen Revolution wurde das Kloster endgültig aufgegeben, der Ort bekam den Namen Amand la Vallon.

Impressionen aus Saint Amand de Coly

 

Spazierweg zu den Spuren der Vergangenheit

Es gibt in und um Saint Amand de Coly jedoch mehr zu entdecken, als Wehrkirche und Rue Principale. Die Gemeinde hat drei Spazierwege ausgearbeitet, die gut beschildert sind und zu interessanten Spuren der Vergangenheit führen. Vom Parkplatz aus führt zum Beispiel ein Rundweg von ungefähr zwei Kilometern durch die umliegenden Feldern und um das Dorf herum.  Neben Flora und Fauna gibt es auch die typischen "cabanes de pierres séches", also kleine runde Schutzhütten aus aufgeschichteten Steinen, zu entdecken. Der Weg führt weiter einen Hügel hinauf und hinter der Wehrkirche zur "truffiére pedagogique", wo man anhand von Schautafeln alles über Trüffeln und die Trüffelzucht erfährt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die alten Häuser mit ihren typischen steilen Dächern aus Lauzes-Ziegeln und am Ortsrand die Überreste des alten Hospitals mit seinem "Lavoir", also einer Waschstelle unter freiem Himmel. 

Praktische Infos über Saint Amand de Coly

Bauernmarkt (Marché nocturne)
Führungen
Tourismus-Information
Spazierweg
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St Amand liegt hier

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St Amand liegt hier
45.063700, 1.247270

 

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